Intercontinental Berchtesgaden, Obersalzberg

Intercontinental Berchtesgaden Resort am Obersalzberg

Intercontinental Berchtesgaden Resort am Obersalzberg

Sanfte Kehrtwende: Das 5-Sterne-Superior-Resort Intercontinental – wegen seiner Lage am Obersalzberg in Berchtesgaden einer der meistdiskutierten Hotels des Landes – sucht nach neuen Gästen. Jetzt erobern Kinder den Obersalzberg.

Eigentlich wollte Anna nur kurz einen Blick in die Großküche werfen, um zu sehen, wo ihre große Schwester am Samstagnachmittag zugange sein wird. Ob sie nicht auch beim Programm mitmachen wolle? „Kommt gar nicht in Frage“, antwortet die Vierjährige. Doch Michael Stahl, Chef-Patissier im „Intercontinental Berchtesgaden Resort“, schafft es mit ein paar netten Worten, einem sanften Lächeln und seiner beeindruckenden Riesenkochmütze, Annas Meinung binnen Sekunden zu ändern. Und zwar radikal. Gerade, dass die Eltern die beiden Juniorköchinnen noch zu ihrer Wirkungsstätte begleiten dürfen. Dort wird dann geknetet, gemanscht und gebacken, was das Zeug hält, während die erwachsenen Kollegen einen Raum weiter die Menüs für das hauseigene Sternerestaurant „Le Ciel“ herrichten.

Die „Kinderkochklasse“, bei der längst nicht nur süßes Naschwerk hergestellt wird, sondern von warmen Süppchen über Kinder-Barbeque bis hin zu gesunden Salaten jeden Monat ein anderes kulinarisches Thema auf dem Programm steht, kommt auch bei anderen Minis gut an. Was nicht zuletzt daran liegt, dass die Idee von den Mitarbeitern selbst kam – und nicht von oben verordnet wurde.

Von oben verordnet war hingegen das Ziel, mit frischen Konzepten den Negativtrend zu stoppen und langfristig neue Zielgruppen zu erschließen. Unerwartet wenige US-Touristen und der generell kriselnde Tagungstourismus – lange Zeit ein wichtiges Standbein – machten eine Neuausrichtung des Berchtesgadener Luxushotels nötig. Doch die Wirtschaftskrise bescherte dem Haus nicht nur negative Entwicklungen. Der Trend zum Urlaub im eigenen Land war auch auf dem Obersalzberg spürbar. „Immer mehr Familien fragten im Lauf des Jahres an, ob man nicht auch seine Kinder mitnehmen könne“, erzählt Generaldirektor Claus Geißelmann, der die Geschicke des 5-Sterne-Superior-Hotels leitet. Die Fragen waren berechtigt, denn beileibe nicht alle Häuser dieser Liga schätzen es, wenn Kinder durch die Lobby tippeln. Doch Geißelmann und seine Kollegen haben sich für eine sanfte Öffnung entschieden. Sicherlich dürfte dabei auch jener Gedanke eine Rolle gespielt haben, dass der für ein Hotel in diesem Segment übliche hohe Preis Kinderanteil und Lärmpegel automatisch begrenzen würden.

Genau so ist es auch derzeit. Im Hotel spielen Familien zwar eine zunehmende, aber nicht die Hauptrolle. Ein Umstand, den wiederum auch viele Familien, denen ausgewiesene Kinder- und Familienhotels zu laut und zu quirlig erscheinen, schätzen. Erst recht, wenn sie dennoch in ihren Bedürfnissen ernst genommen werden. Dem ist so. Die Poolzeiten für Kinder wurden auf immerhin 18 Uhr ausgeweitet. Die Bibliothek neben der Lobby kennt nicht nur ein paar Alibikinderbücher, sondern eine quantitativ wie qualitativ gute Auswahl, die viele Vorlesestunden (auch im eigenen Zimmer) ermöglicht.

Das Hotel, erst 2005 eröffnet und aufgrund der NS-Vergangenheit des Obersalzbergs nach wie vor eine der meistdiskutierten und zugleich bestbewerteten Unterkünfte der Republik, auf dem Weg zum Familienhotel? Das nun auch wieder nicht. Für ein „echtes“ Familienhotel fehlen dann doch noch spezielle Rückzugsorte für den Nachwuchs – eigene Kinderzimmer mit Wii-Konsolen, Toberaum oder Bastelecken. Von Kinderbetreuung sieht man vom individuellen Babysitting ohnehin bewusst ab – „schließlich sollen und wollen die Eltern ja mit ihren Kindern Urlaub machen, und nicht ohne sie“, meint Geißelmann.

Zum Beispiel können sie sich gemeinsam an der Natur ergötzen, die Spazierwege auf dem Obersalzberg nutzen, oder den Pool im preisgekrönten „Mountain Spa“. Selbst wer keinen Gefallen an dem modernen Hufeisenbau aus Naturstein, Holz und Glas hat, die teils satten Preise für Hotelgarage und Bargetränke überteuert findet, der muss anerkennen, dass es kaum schönere Lagen für ein Hotel geben kann. Auf einem sonnenverwöhnten Hochplateau auf rund 1000 Meter Höhe gelegen stehen ringsum die tollsten Berggipfel Spalier, vom Kehlstein bis zum Watzmann. Wer dann doch mehr über die Nazi-Vergangenheit des Obersalzberges erfahren möchte, sollte das in 10 Gehminuten entfernte Dokumentationszentrum besuchen. Eine Empfehlung des Hotelpersonals lautet jedoch: Bloß nicht mit Kindern hingehen. Denn, was dort an Grausamkeiten über den Krieg gezeigt wird, ist alles andere als leichte Kost. Leichte Kost, die gibt es nur in der Kinderkochklasse._Text: Von Christian Haas – Fotos: Intercontinental Berchtesgaden Resort

Kontakt:

InterContinental Berchtesgaden Resort
Hintereck 1
83471 Berchtesgaden

Tel. +49 8652 – 97 55 0
www.berchtesgaden.intercontinental-germany.com