Gasthof Zur Sonnleitn, Abtenau

Uralte Kornspeicher waren einst die kleinen Hütten, die bei Abtenau, gleich bei Salzburg, auf einer Anhöhen thronen und einen magischen Blick ins Tal freigeben. Jetzt sind sie liebevoll restauriert.

 

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Der schlaue Bauer Anton „Toni“ Gschwandtner hatte da eine Idee: Man könnte doch mal zwei Speicherhäuschen dort unten im Lammertal abbauen, um sie oben neben seinem Hof wieder aufzubauen und wohnbar zu machen. Für Gäste, die das Besondere suchen, das Ursprüngliche und Romantische. Aber irgendwie auch für sich selbst. Denn der Gschwandtner-Toni hat viel Freude an guten Ideen.

Die Speicher waren bald gefunden. Zwei Prachtstücke, über 300 Jahre alt ein jeder. Balken für Balken trugen die Arbeiter ab, um sie sogleich sorgfältig und dann bergwärts zu transportieren. Dort oben, auf 850 Metern Seehöhe direkt über dem Ort Abtenau im Salzburger Land/Österreich, liegt Gschwandtners Gut, bestehend aus Bauernhaus, Stall, Wirtschaftsgebäude, Backstube, Käserei, Hofladen, Räucherkammer und einem zur Jahrtausendwende behutsam renovierten Wirtshaus. Manche nennen diese Stelle einen „Kraftplatz“ – was damit zu tun haben mag, dass es allerlei keltische Ausgrabungen gab. Vielleicht hängt die Bezeichnung aber auch damit zusammen, dass das Essen in dem Wirtshaus „Zur Sonnleitn“ ganz außerordentlich ist. Vielleicht aber liegt es aber auch an dem magischen Blick, der von hier aus bis zum Dachstein geht, aber auch über weite Wiesen und Wälder.

Mit seiner Landwirtschaft macht sich Gschwandtner viel Arbeit. Biologisch ist sie und traditionell bewirtschaftet. Das heißt, es werden keine Industriemaschinen eingesetzt. Einige Hilfsmittel wie Pferd oder primitive Geräte sind gestattet, ansonsten gilt die Maxime traditioneller Handarbeit. Um zu wissen, was das bedeutet, können Gäste bei Gschwandtner sogar ein Bauerndiplom erwerben. Vorausgesetzt natürlich, sie beweisen ihre Fertigkeiten im Holz hacken, Gras sensen und Mus kochen. Auch das eine gute Idee. Genauso wie sein Hofladen, in dem er an drei Tagen pro Woche heimische Produkte verkauft – oder der „Bauernherbst“, der auf der Sonnleit’n gleich fast einen ganzen Monat zu Gast ist.

Der überaus nette Gschwandtner hat es geschafft: Die Bewohner von Abtenau kommen am Wochenende zu ihm hinauf, weil sie gerne bei ihm sitzen, essen, reden, trinken und schauen. Seine Gäste kommen von überall, weil sie das genau das Gleiche wollen. Und wohnen wollen sie. Sie wohnen in Appartements und Zimmern im Wirtshaus, am liebsten aber wohnen sie in den beiden zweistöckigen Speichern, die auf der Sonnleitn einfach „Hütten“ heißen. Die nämlich sind von hinreißender Einfachheit, mit Holz, dass Jahrhunderte verströmt, mit kuscheligen Betten und Sitzecken und einem Herd, der schlicht und einfach mit Holz eingeheizt wird. Zwei bis maximal vier Personen haben in einer dieser Hütten Platz und meistens sind sie schon über Wochen und Monate ausgebucht. Im Winter, weil bei ausreichender Schneelage nur wenige Meter ein kleiner Skihang samt Lift beginnt. Im Sommer, weil es nicht viel Schöneres gibt, als vor einer der Hütten zu sitzen und einfach zu schauen.

Um die Not der sehnsüchtigen Gäste nicht allzu groß werden, hat Gschwandtner schon wieder eine gute Idee. Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau von drei neuen Hütten begonnen werden, die, so viel verrät er bereits, „nur ein wenig gediegener“ werden sollen. Mit Kaffee und duftenden Semmeln aus der eigenen Backstube zum Beispiel. _ Text und Fotos: Stefan Ruzas

Kontakt:

Zur Sonnleitn
Schratten 5
A-5441 Abtenau/Österreich

Tel. 0043-664/3079223
mail: info@sonnleitn-abtenau.at
http://www.sonnleitn-abtenau.at/

Preis:
Hütten ab 70 Euro/2 Personen (fünf Euro pro weitere Person)
Appartements ab 60 Euro/2 Personen (10 Euro pro weitere Person, 3 Euro pro Kind bis fünf Jahre)