Berglodge, Nesselwang

Früher, da hieß die BergLodge in Nesselwang einfach und schlicht „Sportheim Böck“. Ein Treffpunkt für Skifahrer und Wanderer war es, aufgebaut vom heimischen Olympioniken Ludwig Böck. Mitten im Skigebiet. Jahrelang trainierten hier auf der Allgäuer Alpspitze auch die Rennläufer des Deutschen Skiverbandes. Den Stadel zum „Aushärten“, in dem die Sportler – auf Liegen eingehüllt in Wolldecken – zwecks Kräftigung die kalte Winterluft einzuatmen hatten, gibt es bis heute. Das imposante Panorama auf dem Plateau gen Süden inklusive.

Berglodge Aussenansicht

Über die Jahre und Jahrzehnte wurde das Sportheim baufälliger und irgendwann war es dann einfach nur noch abrissreif und wurde verkauft.

Der Käufer des Sportheims aber war irgendwie anders. Ulrich Kubak heißt er und er ist kein Hotelier und keiner, der eben schon immer in den Bergen weilt. Kubak ist Inhaber von Klassik Radio. Seine Idee: „Ein Rückzugsort der besonderen Art, ein Resort für Stadt-Flüchtlinge und moderne Romantiker – 1500 Meter über dem Alltag. Edel, aber ohne zu protzen. Schlicht, aber ohne zu verzichten.“

Im Herbst 2009 wurde sie dann tatsächlich wahr, seine Idee. Ein diskretes wie einsames Hideaway, eine Lodge in den Bergen, bestehend aus vier luxuriösen Appartements auf jeweils zwei Etagen. Ideal für zwei. Viel Zirbenholz in den Wohnräumen, viel Naturstein im Badezimmer, in dem sich organisch hergestellte Handtücher stapeln, die trotzdem irgendwie besonders weich sind. Dazu überall Fenster für schnelle oder langsame Bergblicke. Sogar in der privaten Sauna im oberen Stockwerk ist eines für’s besonders heiße Panorama.
Die hellen, klaren Linien im Inneren der Lodge tun wohl. Genauso wie die Sessel, die sich um das lodernde Feuer des offenen Kamins im Wohnzimmer gruppieren. Holz in der Hütte gibt es zur Genüge – und einen eigenen Quellbrunnen, Kunstbücher zum Schmökern, einen Flatscreen-Fernseher und eine Illy-Kaffeemaschine sowieso.

Berglodge luxus-appartment Bild

Zugegeben, schon die Anreise ist ungewöhnlich: Auf Wunsch geht es mit Pistenbully (bei Schnee) oder Land Rover bergauf, empfehlenswert ist aber gerade im Winter die Anreise mit Gondel, Sessellift und Ski – oder eben per pedes. Nach der Ankunft lohnt ein erster Besuch in der modernen Gaststube neben dem Resort-Gebäude, die mit Absicht immer noch Sportheim Böck heißt. Auch sie ist aus Zirbenkiefer gefertigt. Auch sie gibt dem Auge Ruhe. Und dem Magen, denn der Koch legt Wert auf regionale Allgäuer Küche, die er auf Wunsch auch am Esstisch in den Appartements serviert. Und morgens kommt er wieder, wenn man das möchte. Um Rühreier oder Spiegeleier frisch zuzubereiten, am gedeckten Frühstückstisch, zu dem aus einem Gerät, dass heute zurecht „Soundanlage“ heißt, auch leise, klassische Musik lockt.

All das wirkt äußerst stimmig und wohlig und behaglich. So behaglich, dass die zwei bis drei Übernachtungen, die die meisten Gäste einplanen, eigentlich viel zu kurz sind. Weil man im Winter auf den Pisten der Alpspitze ja auch gleich talwärts rauschen kann. Oder, am späten Nachmittag, wenn die Lifte stehen, bergwärts gehen, um dann einfach mal durch den Schnee talwärts zu kullern. Und für Honeymooner und Romantiker wird im Frühjahr oder Sommer auch gerne mal ein Picknickkorb gepackt. Manche Gäste sind schon regelrecht süchtig geworden. Eine Dame aus Regensburg zum Beispiel war schon im ersten Winter mehr als fünf Mal da, in der ersten deutschen BergLodge._Text: Stefan Ruzas; Bilder: Günter Standl/Michael Haggenmüller

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Kontakt:

BergLodge | Allgäu Hideaway
c/o Sportheim Böck
Alpspitzweg 50
D-87484 Nesselwang

Telefon: +49 (0)8361-31 11
Fax: +49 (0)8361-33 66
mail: info@berglodge.de
www.berglodge.de

Preis:
175 Euro pro Person (inkl. Frühstück)
außer Weihnachten und Sylvester